Blinddarmentzündung

Die Entzündung eines kleinen Teils des Dickdarms, welche begleitet wird durch starke Schmerzen im Unterbauch, nennt man Blinddarmentzündung. Ursächlich für eine Blinddarmentzündung können vielfältiger Art sein. Größtenteils muss eine Blinddarmentzündung operiert werden, denn eine nicht behandelte Blinddarmentzündung kann lebensgefährlich werden.

Ursachen einer Blinddarmentzündung

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Blinddarmentzündung | Appendizitis

Eine Appendizitis kann auf unterschiedlicher Weise hervorgerufen werden. Auch kann eine Blinddarmentzündung als Begleitkrankheit einer anderen Erkrankung sein. Jedoch ist die häufigste Ursache eine Verstopfung des Darms. Dies wird auch eine Verlegung des Darmlumens genannt. Knicke im Darm oder Stuhlgangstauung kann den Ausgang des Dickdarms verengen. Da sich nun der Stuhlgang im Dickdarm ansammelt, können die dort enthaltenen Bakterien den Wurmfortatz entzünden. Selten sind andere Gründe für eine Blinddarmentzündung verantwortlich. Wie etwa Tumore oder Kirschkerne etc.

Auch ist eine Appendizitis möglich, wenn eine chronisch entzündliche Darmerkrankung vorliegt. Eine Darmentzündung wie etwa Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn können sich vom primären Gebiet der Entzündung bis hin zum Wurmfortsatz ausdehnen.

Als weitere Ursache kommen generell bakterielle Infektionen in Frage. Durch eine bakterielle Infektion können verschiedene Abschnitte des Darms sich entzünden, wie auch eine Blinddarmentzündung entstehen.

Symptome

Die Symptome einer Blinddarmentzündung sind akut und können in sehr kurzer Zeit unerträglich stark werden. Typisch für diese Art des Schmerzes ist, dass sie im Unterbauch auftreten. Die Schmerzen können begleitet sein von Übelkeit und Appetitlosigkeit.

Eine Blinddarmentzündung kann bei Erwachsenen anderes verlaufen als bei Kindern. Im Anfangsstadium der Appendizitis sind die Symptome unterschiedlich.
Am Anfang der Blinddarmentzündung sind die Symptome nicht charakteristisch und können auch auf andere Krankheiten erkennen lassen. Deshalb ist es äußerst wichtig, die Symptome gut zu beobachten.

Bei vielen Menschen beginnt die Appendizitis mit Schmerzen im Oberbauch oder aber auf der Höhe des Bauchnabels. Derartige Bauchschmerzen können auch als Magenbeschwerden gedeutet werden. Die Bauchschmerzen werden als stechender Schmerz oder ziehender Schmerz beschrieben. Nach und nach kommen immer weitere Symptome hinzu.

Symptome in der Akutphase

Typisch bei einer Blinddarmentzündung sind die Schmerzen im Unterbauch. Wo der Schmerz genau lokalisiert werden kann, hängt auch von der Lage des Wurmfortsatzes ab. In der Schwangerschaft wird der Wurmfortsatz an einer anderen Stelle im Körper sein. Der Schmerz beginnt im Magenbereich oder oberhalb des Bauchnabels und wandert wenige Stunden später in den rechten Unterbauch. Dort wird der Schmerz stärker.

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Appendizitis Symptome

Der Schmerz kann vor allem beim Gehen stärker werden. Erkrankte Menschen haben insbesondere mit dem Anheben des rechten Beines Probleme, wodurch sich eine typische Gangart entwickelt. Deshalb lässt man Erkrankte bei der Untersuchung hüpfen, um zu sehen ob dies ohne Schmerzen möglich ist.

Hohes Fieber bei einer Blinddarmentzündung ist selten, jedoch steigt die Körpertemperatur bis etwa 39 Grad.
Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit.

Unterschiedliche Symptome bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen

Häufig sind die Symptome bei dieser Gruppe von Menschen anderes, was eine Diagnose einer Blinddarmentzündung erschwert.

Bei Kindern sind die Symptome einer Blinddarmentzündung meist stärker als bei älteren Menschen. Kinder haben starke Schmerzen im ganzen Bauchraum und beklagen sich über starke Übelkeit.

Ältere Menschen haben die Symptome einer Appendizitis oft in schwächerer Form. Fieber tritt so gut wie gar nicht auf.

Erleidet eine Schwangere eine Blinddarmentzündung – Appendizitis ist meist die Lokalisation des Schmerzes schwierig. Aufgrund des wachsenden Bauches wandert der Wurmfortsatz in ein anderen Bereich des Bauchs. Die typischen Bauchschmerzen bei einer Blinddarmentzündung bleiben zwar auch weiterhin, nur ist der Ort des Schmerzes untypisch.

Diagnose

Generell wird die Diagnose einer Blinddarmentzündung – Appendizitis nach Angaben des Erkrankten und nach einer körperlichen Untersuchung gestellt.

Während der körperlichen Untersuchung werden auch folgende Fragen geklärt:

Besteht Appetitlosigkeit?
Wo genau sind die Schmerzen zu lokalisieren?
Leiden Sie an Übelkeit und Erbrechen?

Erhärtet sich der Verdacht einer Appendizitis wird eine Blutprobe entnommen. Liegen Veränderungen in der Anzahl der weißen Blutkörperchen vor, kann das auf eine Entzündung im Körper hindeuten. Durch die Untersuchung des Blutes ist jedoch eine Blinddarmentzündung nicht feststellbar. Eine körperliche Untersuchung bleibt wieterhin erforderlich.

Bei der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt den Unterbauch ab. Es gibt genaue Schmerzstellen am Unterbauch, die typisch für eine Entzündung des Blinddarms sind. Dazu gehören:

1. Der McBurny-Punkt liegt genau in der Mitte zwischen dem Bauchnabel und den rechten Vorsprung des Hüftknochens.
2. Der Lanz-Punkt liegt zwischen den beiden Hüftknochenvorsprüngen. Zwischen dem rechten und dem Mittleren Drittel der Verbindungslinie.

Werden diese beiden Stellen gedrückt, empfindet ein gesunder Mensch keinerlei Schmerzen. Liegt eine Blinddarmentzündung vor, sind diese Punkt hoch schmerzempfindlich.

Diagnose bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen

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Appendizitis Symptome

Da die Symptome bei dieser Gruppe Menschen nicht eindeutig ausfallen, läßt sich eine Diagnose schwerer stellen. Sind Befunde nicht eindeutig, wird zusätzlich der Harn untersucht, um eine Erkrankung der Nieren und der Harnwege auszuschließen. Ebenfalls kann eine Sonografie durchgeführt werden.

Behandlung

Größtenteils ist bei einer Blinddarmentzündung – Appendizitis eine Operation notwendig. Eine alternativ Behandlung, um die Blinddarmentzündung – Appendizitis zu bekämpfen, besteht nicht.

Bei einer klassischen OP wird der rechte Unterbauch etwa 5 cm geöffnet. Der dadurch freigelegte Wurmfortsatz wird herausgeschnitten und es wird genäht.
Um den entzündeten Blinddarm zu entnehmen, kann auch eine Laparoslopie angewandt werden. Bei der Laparoskopie werden drei kleine Schnitte im Bauch gemacht. Durch den einen Schnitt wird das Laparoskop eingeführt. An dem Laparoskop befindet sich eine Lichquelle und eine Kamera. Die anderen zwei Schnitte dienen den Ärzten für Instrumente, um den Blinddarm entfernen zu können. Die Vorteile einer Laparoskopie sind, dass kaum Narben danach sichtbar bleiben.