Darmentzündung

Liegt eine Darmentzündung vor oder kommen das Blut und die Schmerzen beim Stuhlgang von den Hämorrhoiden?
Betroffene sind in ihrer Lebensqualität häufig sehr eingeschränkt, sprechen aber selten darüber. Die Darmentzündung gehört wohl zu den verbreitetsten chronischen Erkrankungen innerhalb der Bevölkerung.

Dennoch sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa nur den wenigsten Menschen ein Begriff. Bei beiden Erkrankungen handelt es sich um chronische Entzündungen des Darms, die schubweise verlaufen. Jedoch muss eine Darmentzündung nicht immer einen chronischen Verlauf nehmen. Im Folgenden sollen alle drei Krankheitsbilder, die den Darm der Betroffenen erheblich belasten, vorgestellt werden. Dabei wird auf Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten eingegangen.

Ursachen einer Darmentzündung

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Darmentzündung

Eine Darmentzündung, ob einmalig oder chronisch, kann verschiedene Ursachen haben. Die gängigsten Verursacher sind:
– Bakterien,
– Viren,
– Pilze,
– Vergiftungen durch chemische Stoffe,
– Reizung durch Bestrahlung,
– Allergien
– oder Autoimmunreaktionen des Körpers.

Am häufigsten werden Erkrankungen im Darm durch Viren wie Rotaviren, Grippeviren oder Adenoviren verursacht. Diese Ursachen sind besonders bei der einmaligen Form einer Darmentzündung vorzufinden.
Bei den chronischen Verlaufsformen ist die Ursachenfindung bislang schwieriger. Weder bei Colitis ulcerosa noch bei Morbus Crohn können Forscher genau sagen, warum die Erkrankungen auftreten. Bislang wird angenommen, dass eine Autoimmunreaktion des Körpers zu den Entzündungen führt. Das bedeutet, dass der Körper eigene Substanzen als fremde Erreger betrachtet und diese abzuwehren versucht. Dabei greift er körpereigenes Gewebe an und führt die Darmentzündung herbei. Da bei Betroffenen häufig auch Familienmitglieder unter derselben Krankheit leiden, gehen Experten davon aus, dass die genetische Veranlagung eine große Rolle für den Ausbruch der Erkrankung spielt. Anders als bisher angenommen, lösen Stress oder Angst die Krankheit nicht aus. Jedoch kann eine von Stress geprägte Lebensweise den Verlauf der Erkrankung und die auftretenden Symptome begünstigen. Ebenso kann Stress des Ausbruch eines Schubes hervorrufen.

Symptome

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Der Darm

Das Symptom, das für eine Darmentzündung am typischsten ist, ist Durchfall. Dieser ist meist mit Übelkeit oder Erbrechen kombiniert. Auch Fieber und Bauchkrämpfe können auftreten. Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa treten besonders häufige Durchfälle auf, Betroffene müssen bis zu 20 Mal am Tag das Badezimmer aufsuchen. Bei Colitis ulcerosa entstehen zudem Geschwüre im Darm, die Schleim und Blut absondern, welche sich dann im Stuhl wiederfinden. Auch bereitet der Stuhlgang große Schmerzen. Bei einer extraintestinalen Manifestation, wenn Colitis ulcerosa also außerhalb des Magen-Darm-Traktes auftritt, kommen weitere Symptome hinzu. So können Entzündungen am Auge, Hautveränderungen und Gelenkschmerzen auftreten. Diese Gelenkschmerzen, kombiniert mit einem Gefühl der körperlichen Schwäche, sind auch für Patienten mit Morbus Crohn typisch. Fisteln und Geschwüre können auch bei Morbus-Crohn-Patienten auftreten, wenn die Erkrankung über längere Zeit einen schweren Verlauf nimmt. Ebenso sind unter Reizungen der Wirbelsäule sowie Hautreizungen weitere Symptome.

Diagnose

Zur Diagnose einer Darmentzündung werden die Patienten zunächst ausführlich befragt. Dabei bringt der Arzt die bisherigen Symptome sowie Vorerkrankungen und Allergien in Erfahrung. Anschließend wird der Körper gründlich in Augenschein genommen. Der Bauch wird abgetastet, um zu prüfen, ob und an welchen Stellen ein Druckschmerz entsteht. Zudem wird die Farbe von Haut und Schleimhäuten betrachtet und der Enddarm wird mit einem Finger untersucht. Außerdem steht eine Untersuchung des Stuhls im Labor an, um bakterielle oder virale Ursachen auszuschließen.
Untersuchungen des Blutes können weiterhin Aufschluss darüber geben, ob Blutarmut, ein Mineralmangel, ein Vitamindefizit oder erhöhte Entzündungszeichen zu finden sind. Mit einer Ultraschalluntersuchung kann darüber hinaus festgestellt werden, wo der Ort der Entzündung liegt. Die wohl wichtigste Untersuchung, um die Ursache einer Darmentzündung zu finden und zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa unterscheiden zu können, ist die Darmspiegelung. Hierbei wird ein Endoskop rektal eingeführt, womit durch die darin verbaute Kamera die Darmwände betrachtet werden können. Häufig werden auch Gewebeproben entnommen, um dieser labortechnisch zu untersuchen. Neben der Darmspiegelung erfolgen häufig auch eine Magenspiegelung sowie ein MRT. Auf diese Weise werden die Entzündungsorte genau bestimmt und die Krankheit kann spezifiziert werden.

Behandlung und Therapie

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Darmentzündung vorbeugen

Die Behandlung beziehungsweise Therapie einer Darmentzündung hängt von der Verlaufsform der Krankheit ab. Oberste Priorität ist erst einmal, den Wasser- und Salzverlust, den der Körper durch den Durchfall und das Erbrechen erleidet, zu korrigieren. Das Trinken von Tees und das Essen von Suppe hat sich dabei als hilfreich erwiesen. Manche Ärzte empfehlen auch nach wie vor Salzstangen und Cola, um den Körper mit Wasser und Traubenzucker gleichermaßen zu versorgen. Durch den Zucker sind die Darmzellen vermehrt zur Aufnahme der wichtigen Elektrolyte fähig. Bei ganz schweren Fällen der Darmentzündung, auch Enteritis genannt, ist jedoch von jeglicher oralen Aufnahme, egal ob Flüssigkeit oder Nahrung, abzuraten. In diesen Fällen werden spezielle Lösungen, die über alle nötigen Nährstoffe verfügen, intravenös verabreicht. Auf diese Weise soll der Magen-Darm-Trakt geschont werden, da weiteres Erbrechen die Situation noch verschlimmern könnte. Viele Ärzte raten dazu, während akutem Durchfall auf Essen komplett zu verzichten. Nach Abklingen des Durchfalls soll zunächst mit schwarzem Tee und Zwieback begonnen werden. Auch Haferschleim oder pürierte Lebensmittel sind geeignet. Diese sind für den Darm gut verträglich und behindern den Heilungsprozess nicht.
Chronische Erkrankungen des Darms wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn müssen meist medikamentös behandelt werden. Besonders während der Schübe ist eine intensive Behandlung notwendig. Eine Behandlung mit Kortison ist dabei nicht unüblich. Die Schwere der Erkrankung und auch die Ausbreitung entscheiden darüber, ob die Kortisonbehandlung punktuell oder flächendeckend erfolgt. Bei Colitis ulcerosa können auch Operationen in Betracht gezogen werden. Diese dienen dazu, die Darmverengungen, die durch die Erkrankung entstehen, zu öffnen. Viele Betroffene unterziehen sich auch einer kompletten Ernährungsumstellung, um den Krankheitsverlauf so weit wie möglich abzumildern.

Einer Darmentzündung vorbeugen

Sich gegebenenfalls einer Ernährungsumstellung zu unterziehen, kann helfen, die Darm gesund zu halten. Hierbei gilt, wenig Zucker zu sich zu nehmen und auf eine Balance aus sauren und basischen Lebensmitteln zu achten. Ebenso sollte wenig Fett zu sich genommen werden. Rauchen oder erheblicher Alkoholgenuss können das Risiko, dass der Darm erkrankt, ebenso steigern. Ein bewusster Umgang mit Trinkwasser sowie Lebensmitteln ist hilfreich, um einer Entzündung des Verdauungstraktes vorzubeugen. Dabei gilt besonders im Ausland, das Wasser aus der Leitung abzukochen, auch wenn es nur zum Zähneputzen verwendet wird. Gerade in nicht abgekochtem Wasser oder Lebensmitteln, die im Warmen stehen und schnell verderblich sind, lauern viele Erreger, die eine Darmentzündung verursachen können. Neben diesen Aspekten ist auch auf ein gesundes Körpergewicht und ausreichend Bewegung zu achten.

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